06.07.2017
38. Internationale Oderrundfahrt
Frankfurt (Oder) (MOZ) Als einzige in Deutschland noch existierende Radrundfahrt hat die Oder-Tour einen besonderen Stellenwert. Für eine ganze Reihe von Athleten war und ist sie ein wichtiges Sprungbrett auf dem Weg zu einer Profikarriere. Am Donnerstag beginnt ihre 38. Auflage.


Preisfrage: Was haben Marcel Kittel, Bob Jungels und Rüdiger Selig gemeinsam? Richtig: Es sind erfolgreiche Radprofis, die in ihren Teams Quick-Step beziehungsweiseBora eine wichtige Rolle spielen. Kittel und Selig zurzeit sogar bei der Tour de France. Das sollte bekannt sein. Weniger im Gedächtnis dürfte hingegen sein, dass alle drei auch schon bei der Internationalen Oderrundfahrt ihre Spuren hinterlassen haben. Zwar konnte keiner von ihnen die traditionsreiche Tour gewinnen, doch ein wichtiges Sprungbrett auf dem Weg zu den Profis war der Start an der Oder für sie am Beginn ihrer Karriere allemal.

„Hier können junge Fahrer sich profilieren. Das macht die Rundfahrt so wertvoll“, betreibt Organisations-Chef Dan Radtke gewissermaßen Werbung in eigener Sache. Auch die 38. Auflage, die am Donnerstagabend in Frankfurt (Oder) gestartet wird und bis zum Sonntag über fünf Etappen mit insgesamt 495,5 Kilometern führt, wird in dieser Hinsicht keine Ausnahme machen.

In den 20 Teams aus Deutschland, den Niederlanden und Luxemburg sind einige von talentierten Rennern, denen eine erfolgreiche Karriere als Profi zuzutrauen ist. Tom Wirtgen beispielsweise. Dan Radtke zählt den mehrfachen luxemburgischen Meister zu den Anwärtern auf den Gesamtsieg. „Er kann sprinten und ist auch ein sehr guter Zeitfahrer. Diese Vielseitigkeit ist bei der Oderrundfahrt gefragt, weil die Etappen sehr anspruchsvoll sind.“

Einer, der das in den vergangenen beiden Jahren vorzüglich beherrschte und am Ende jeweils mit dem Gesamtsieg garnierte, ist Jan Tschernoster. Doch der mittlerweile 20-Jährige aus Herne, der sich vor zwei Jahren zum jüngsten Gewinner in der 60-jährigen Geschichte der Oderrundfahrt krönte, kann das mögliche Triple nicht in Angriff nehmen. Wie sein Team rad-net Rose mitteilt, wird der Gesamtsieger der Bundesliga 2016 wegen einer Sportverletzung in diesem Jahr keine Rennen mehr bestreiten. „Es ist nichts Dramatisches, aber ich bin derzeit leider nicht wettbewerbsfähig“, wird Tschernoster zitiert.

„Das ist schade“, meint Dan Radtke. Dem Spannungsgehalt dürfte das aber keinen Abbruch tun. „Es wird auf jeden Fall einen neuen Sieger geben. Und wer weiß, vielleicht sehen wir den in ein paar Jahren als erfolgreichen Profi wieder.“


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