10.07.2017
38. Internationale Oderrundfahrt
Podelzig (MOZ) Eine aufopferungsvolle Unterstützung durch die Mannschaftskollegen, aber auch die eigenen fahrerischen Qualitäten haben Manuel Porzner vom Team Heizomat aus Motten in Unterfranken den Gesamtsieg bei der
38. Internationalen Oderrundfahrt der Radsportler gebracht.


Manuel Porzner strahlte über das ganze Gesicht. „Das ist mein erster Sieg bei einer Rundfahrt. Ich bin überglücklich“, sagte der
21 Jahre alte Student für internationales Management vom Team Heizomat, als er am Sonntag den Pokal für den Gesamterfolg bei der 38. Internationalen Oderrundfahrt aus den Händen von Tour-Chef Dan Radtke überreicht bekam. Nach 495,5 Kilometern setzte sich der gebürtige Ansbacher vor Justin Wolf von der deutschen Nationalmannschaft durch. Jonas Rapp als Dritter und Laurin Winter als Sechster komplettierten den überragenden Auftritt der Heizomatler.

Den Grundstein dafür hatten die Fahrer in den schwarzen Trikots mit den rot-gelben Flammen auf der Brust am Sonnabend auf der 4. Etappe in Güldendorf gelegt, als sie der Konkurrenz so richtig einheizten. Teamchef
Jochen Hahn hatte seine Jungs, die nach dem Erfolg von Porzner auf der 1. Etappe das Gelbe Trikot an den Luxemburger Mitfavoriten Tom Wirtgen abgeben mussten, auf Angriff eingestellt. Und die zündeten nach einem Drittel der knapp 90 Kilometer ein wahres Feuerwerk auf dem bergigen Kurs. Jonas Rapp ergriff die Flucht und initiierte eine Ausreißergruppe, zu der später Porzner mit einem wahren Kraftakt aufschließen konnte.

„Ich hatte bemerkt, dass das Gelbe Trikot im Anstieg Probleme hatte und habe voll durchgezogen, um nach vorne zu kommen“, schilderte Porzner die entscheidende Szene. Auf den Schlussrunden opferte sich Rapp für seinen Leader dermaßen auf, dass er im Ziel fast vom Rad fiel. „Der kann so etwas. Der fährt, als wenn er einen Motor in den Beinen hat“, band der Teamchef dem 22-Jährigen einen symbolischen Blumenstrauß. „Radsport lebt vom Teamwork. Das haben meine Jungs heute vorbildlich demonstriert.“

Das musste auch Wirtgen, der souveräne Sieger des Einzelzeitfahrens am Vormittag, erkennen. Ohne Unterstützung seiner Kollegen gingen die Chancen des luxemburgischen U-23-Meisters mit der Abendsonne über Frankfurt unter. Mehr als drei Minuten büßte er ein.

Damit war eine Vorentscheidung um den Gesamtsieg gefallen. Und die Hahn-Truppe ließ sich den auf der Schluss-Etappe am Sonntag nicht mehr nehmen. Auf dem Rundkurs in Podelzig mit dem gefürchteten Kopfsteinpflaster-Anstieg blieben die Franken jederzeit Herr der Situation und führten ihren Mann in Gelb sicher ins Ziel. Tom Wirtgen saß da nach einem Sturz und mit etlichen Hautabschürfungen gekennzeichnet bereits im Teamfahrzeug. So hatte sich der sympathische Luxemburger das Ende seines zweiten Starts an der Oder dann doch nicht vorgestellt.


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