11.07.2017
38. Internationale Oderrundfahrt
Chancenlos nach Sturz und Defekt


Thälmann-Siedlung (MOZ) Während die Profis am Wochenende bei der Tour de France im Jura ein Spektakel ablieferten, bestritten einige Radsporttalente aus der Region ihre VierEtappen-Tour im Rahmen der Oder-Rundfahrt.

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Im Spitzenreiter-Trikot: Die 13-jährige Müllroserin Lina Lüdicke geht als Führende ihres Jahrganges in das Einzelzeitfahren über 10,8 Kilometer in der Thälmann-Siedlung.

© MOZ/Hagen Bernard


Die 13-jährige Lina Lüdicke gehörte zu den Hoffnungsträgern des veranstaltenden Frankfurter RC 90. Schließlich ist die Müllroserin vor kurzem bei den Deutschen Straßen-Meisterschaften Sechste geworden und kam bei der Ostthüringen-Tour als Beste des Frankfurter Leistungsstützpunktes auf Platz 7 ein.



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"Lina konnte sich aussuchen, ob sie bei den Deutschen Bahnmeisterschaften in Köln fährt oder hier die Oder-Rundfahrt bestreitet", erklärt ihre Mutter Anja Lüdecke. Zwar ist die Tochter Landes-Vizemeisterin im Omnium, doch die Straßen-Rennen machen ihr mehr Spaß. Und so trat sie bei der Oderrundfahrt an, die für den Nachwuchs ein Rundstreckenrennen und ein Zeitfahren in der Thälmann-Siedlung, ein Bergrennen in Güldendorf und das abschließende Rund um den Zeisigberg in Podelzig beinhaltete.

In Abwesenheit einiger guter Frankfurter Nachwuchs-Fahrer wie Malte Maschke war der gleichaltrige Lucas Kerber mit hohen Erwartungen gestartet. Er ist ein Verwandter des ehemaligen deutschen Auswahlfahrers Robert Bengsch, der die Oderrundfahrt moderierte. Besonders freute sich Kerber auf das Rennen am Sonntag, da es sozusagen an seiner Haustür vorbeiführte.

Doch alle Hoffnungen auf eine gute Gesamtplatzierung waren für den Frankfurter Sportschüler bereits zum Auftakt geplatzt, als ein Fahrer vor ihm stürzte und er nicht mehr ausweichen konnte. Da rettete ihn auch ein vorderer Platz im Zeitfahren nicht. Zwar hatten dort bei Windstille laut Organisationsleiter Dan Radtke alle die selben Bedingungen, doch mit den Kehren, Kurven und Wenden war Kerber nach eigenem Bekunden nicht so gut zurechtgekommen.

Besser lief es in dieser Hinsicht für Lina Lüdicke, die in der 3. Klasse über die Radsport-AG durch Radtke zu diesem Sport gefunden hatte. "Von dem Geschicklichkeitstest auf dem Parcours mit einem Rennrad war sie sofort begeistert. Für den Radsport hat sie auch das Spielen mit der Blockflöte aufgegeben", erzählt Mutter Anja. "Anfangs hatte sie es recht schwer, da sie sehr klein war, doch schrittweise hat sie den Rückstand zu den anderen Fahrerinnen aufgeholt. Besonders in den beiden Jahren, seitdem sie auf der Sportschule ist." So war die mittlerweile 1,57 Meter große Fahrerin des FRC 90 gleich zum Auftakt bei einer Massenankunft ins rosa Trikot des Spitzenreiters gefahren. "Das Trikot war auch ihr erstes Ziel. Zunächst hat sie es in ihrem Zimmer an den Schrank gehängt, nun will sie es häufiger auch im Training anziehen."

Auch im Rosa-Trikot lieferte Lina eine ordentliche Leistung ab, ließ gegenüber der Zeitfahrspezialistin Marie-Louise Kerpa (RSV Blankenfelde) nur 19 Sekunden Rückstand zu. Doch mit der geplanten Aufholjagd auf dem profilierten Terrain in Güldendorf und Podelzig wurde es nichts. "Lina hatte Probleme mit ihrem Rad, vor allem am Sonntag auf dem Kopfsteinpflaster konnte sie nicht so richtig schalten. Schon beim Zeitfahren ist ihr Rad nicht rund gelaufen. Zwar ist der Athlet dafür selbst zuständig, doch wie man mit einem Defekt umgeht muss sie noch lernen", berichtet ihre Mutter. So habe es Lina in Podelzig dann mehr oder weniger nur noch ausrollen lassen.

Im Gegensatz dazu legte sich Lucas Kerber noch mal so richtig ins Zeug. Nachdem er anfangs weit vorn mitgehalten hatte, war er peu a peu ins Mittelfeld zurückgefallen. "Der Zeisigberg hat ihm das Genick gebrochen. Da muss er wohl noch mehr trainieren", urteilt Vater Rico, dessen Tochter Vivien auch Radsportlerin war, schließlich ist Lucas erst seit einem Jahr Sportschüler. Immerhin erhielt Kerber als Sechster seines Jahrgangs eine kleine Geldprämie. Das Führungstrikot der U13 bei der Oderrundfahrt vor einem Jahr bleibt vorerst sein größter Erfolg.


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