06.07.2014
35. Internationale Oderrundfahrt 2014 >>AKTUELL<<
Frankfurt (Oder) (MOZ) So dramatisch zu ging es noch nie bei einer Oderrundfahrt. Eine abgebrochene Etappe und am Ende mit Tim Schlichenmaier, Mario Voigt und Titelverteidiger Thomas Koep ein Trio auf dem Siegerpodest, das nur drei Sekunden voneinander getrennt war.


Tim Schlichenmaier, der Mann in Gelb vom Team Bergstraße aus Baden-Württemberg, nahm erst mal einen tiefen Schluck aus der Wasserflasche. Reden konnte er nach der gerade überstandenen Strapaze noch nicht, doch dann blickte er fragend in die Runde seiner genauso geschafften Mannschaftskameraden: ?Hat es noch gereicht?? Nur ratloses Schulterzucken, bis dann die Jury verkündete: Sieger der 35. Oderrundfahrt ? Tim Schlichenmaier.

Die Freude über den Triumph kam nur langsam aus dem 23-Jährigen heraus. ?Das war ein brutales Rennen. Ich kann mich nicht erinnern, jemals so gekämpft zu haben. Aber mein Team hat mich großartig unterstützt. Ohne die Jungs hätte ich das Gelbe Trikot nicht verteidigen können.?

Der baden-württembergische Landesmeister, der am Sonnabend als Dritter des 19,8 Kilometer langen Zeitfahrens in der Ziltendorfer Niederung Vorjahressieger Thomas Koep das Gelbe Trikot des Gesamtführenden entrissen hatte, war auf der Schlussetappe am Sonntag in Podelzig der Gejagte. Mario Voigt vom Rad-Net Rose Team sowie ein Team-Stölting-Trio mit Koep, Tim Gebauer und Max Werda lagen dicht hinter dem ?Gelben?.

Und die Stölting-Truppe griff vom Start weg an. Was sich zunächst aber etwas kompliziert gestaltete. Der Regen in der Nacht hatte die bis zu 17 Prozent steile Kopfsteinpflasterpassage am von allen Rennern gefürchtete Zeisigberg so rutschig werden lassen, dass in den ersten der 14 Runden viele ihr Rad hochschieben mussten. So bot sich den Zuschauern ein seltsamer Anblick, der einen zu der Bemerkung veranlasste: ?Ja, sind wir hier denn bei Run and Bike??

Selbst der ?Gelbe? musste vom Rad, während vorn Gebauer aufs Tempo drückte und virtuell sogar ins Leader-Trikot fuhr. Später beteiligte sich auch Rad-Net Rose an der Jagd auf Schlichenmaier. Doch der parierte in der dramatischen Schlussrunde alle Angriffe und rettete schließlich von den ursprünglich zehn Sekunden noch zwei vor Voigt ins Ziel. Werda nutzte trotz aller Kraftanstrengung sein zweiter Etappen-Erfolg nach dem Zeitfahrsieg nichts mehr.

?Wir haben alles gegeben?, sagte das 66-Kilo-Leichtgewicht, das vor Kurzem die Tour of Malopolska für sich entschieden hatte. ?Aber wie Schlichenmaier unsere Angriffe pariert hat ? Hut ab. Er hat die Oderrundfahrt verdient gewonnen.?


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